Vier Monate Ruhe im Internet… 5 Monate Reisen, Erlebnisse, Arbeit und keine Zeit es zu verarbeiten…
Manchmal treibt einen Phlegmatie, Arbeitsstress und nun sagen wir anderer Stress nebst den schönen Momenten dazu, sein eigentlich gestecktes Ziel der Archivierung und des Festhaltens seiner eigenen Gedanken zu vernachlässigen. Im Sinne von 5 Monaten, eher es sträflich zu ignorieren.
… kommt der Herbst … kommt der Wille es wöchentlich durch zu ziehen… gibt es doch genügend Apps, genügend Stoff und mobile Möglichkeiten. Also gelobige ich Besserung und fasse die Erlebnisse 2010 für mich selbst anbei in einem Wiederbelebungsartikeln zusammen:
Sommeranfang mit Eifersucht und Arbeitslichtblicken

Sommeranfang - Strandbar Mitte
Begann der Sommer begann der Ärger… was soll man machen, wenn einer seiner Engel weg ist – Auslandsaufenthalt für einige Tage. Zum einen freut man sich riesig, er kommt weiter… wird beachtet, wird gebraucht… zum anderen hat man Angst um ihn… fragte ich mich, was er so treibt. Nicht, weil es einen Grund der Kontrolle gab, sondern ganz einfach Besorgnis und fehlende Nähe… und natürlich musste es auf die Ferne eskalieren.
… wie 420 Zeichen in einer etwas längeren MMS doch verletzen können…
Und? So konnte der schöne Sommeranfang nicht wirklich kommen… Hitze? Die Klimaanlage im Büro und selbst aufgebrummte Arbeit taten ihr Bestes um mich abzulenken… so ging es zumindest beruflich mit großen Schritten weiter…
der Egoismus entwickelt sich immer weiter… das Gewünschte bleibt meistens auf der Strecke, wenn Probleme auftreten…
Kam Zeit…. kam der Sommer …. kam die Wärme … kamen die schwülen Abende draußen im Park … kam die Versöhnung… wenn auch etwas unter Vorbehalt … sollte es noch bis in den Mittsommer dauern…?
WM 2010 und schwules Straßenfest, CSD 2010

11 Freunde - Spanien gegen Portugal

Fanmeile WM 2010
Wenn eine Stadt im Ausnahmezustand ist… so viele Möglichkeiten die Spiele zu verfolgen, so viele Menschen, die sich plötzlich mitreißen lassen… an ein normales Arbeiten war nicht mehr zu denken… und das Wetter leistete sein übriges dazu… bis zu 34 Grad im Schatten…, so dass jedes Bier zur Sünde wurde und sich auf dem Kopf niederschlug.
Eine wunderbare Zeit des Zusammenkommen, mit allen Freunden einmal in Bars, einmal bei 11 Freunden, per VIP auf der Fanmeile oder mitten im “schmutzigen Hobby” nebst Weißbier aus Plastikgläsern… Berlin zeigte sich von der besten Seite für ein solches Fest… die Stadt brummte, ständig etwas los… ständig in Bewegung… immer wieder Fanfaren von Autohupen… stetig Schweißperlen auf den Gesichtern aller Arbeitgeber, deren Mitarbeiter als außerordentliche Arbeitsleistung schon 80% der gewohnten sahen… 4 Wochen sollte es Dauern und der Fußballspuck WM 2010 war vorbei… aber die beste Zeit zum besten Sommer 2010 mitten in und durch Berlin bleibt….

flybymonk zeigt Farbe und Schleife - CSD 2010 - Juerg Giger
Schwules Straßenfest in Berlin Schöneberg und gleich eine Woche danach der CSD Berlin 2010 hatten nicht mehr das Glück vom herrlichen Sommerbeginn der vorherigen Wochen zu profitieren… und gerade wo ich einmal im Leben freizügig auf dem CSD sein wollte… einmal Flagge zeigen, einmal Schleife mit dem ganzen Körper… und das bei gerade einmal 18 Grad und ab und an Regen..
Ganze 10 Stunden Arbeit hatte Regenbogen und Aidsschleife, gewunden über den gesamten Körper, verschlungen… ich dabei die ganze Zeit nackt und damit halb ausgekühlt und übermüdet… mit nix anderes bekleidet als einer Fußballshorts und Fußballschuhe dann auf die CSD Parade… gefolgt von Blicken in der U-Bahn … dem Wohlwollen und “Daumen hoch” der Bahnbediensteten… staunende, manchmal gar peinlich berührte Freunde, einen freudigen Engel – der trotz aller vorheriger Skepsis das Werk gelungen fand – einen Künstler, der mich und sein Kunstwerk manchmal zu sehr versuchte vor Beschädigungen zu schützen und eine begeisterte Mutter, die sich unter das CSD-Volk mischte.
… und trotz viel Spass und der Gewissheit das Fest mit einer ganz anderen Truppe / eher mit Flanieren und Werbung die ganze Zeit verbringen zu müssen… ergab es sich doch nach dem Show-Laufen… auf einen Wagen mit vielen der Freunde zu gelangen… dem Engel sei Dank… er hatte daran gedacht und im richtigen Moment des Zufalls die Chance ergriffen. Auch später sollte er noch einmal im richtigen Moment da sein…
… so konnte man bei bester Laune und Runde die restliche Fahrt auf einen Tieflader bis zur Siegessäule verbringen… Schleife gezeigt… Haut gezeigt… einmal im Leben… das reicht auch für dieses…
… nach dem CSD galt es Erschöpfung und Wunden auszukurieren… aber alles in allem ein CSD persönlich für das Jahr 2010 würdig.
Mittzwanziger, Reisen und Glückseeligkeit

London 2010

Dream 2010
Nebst einen wunderschönen Jahrestag war der Sommer vor allem mit Reisen gespickt… ein guter Ausgleich zur Arbeit bot sich dadurch. Nicht nur ins Ausland, auch Reisen in Techno und Trance, zu Veranstaltungen machten den Sommer erinnerungsreich. Und irgendwie vertrug ich mich auch wieder mit dem einen etwas unbeständigen Engel… so wurde es mehr eine Begleitung und gemeinsames Erlebnis des Sommers…. sei es in einer wunderschönen Zeit in London, das Durchleben von Techno & Trance Veranstaltungen, Summer-Tours, Barabende, den Geburtstag… bishin zu fasst alles in einem gen Zürich @Streetparade 2010 @Energy 2010…
… und alles wieder zu viel … und Auszeit

Friedrichshain August 2010
… es geht nicht, zu nahe… zu viel … und überhaupt… und wieder ein Absturz. Als ob der Mittsommernachtstraum zu Ende wäre und man nach einem wunderschönen privaten Sommer und damit Ausgleich zum stressigen Arbeitsleben wieder in die ständig schwankende Irrationalität des Alltages zurückkatapultiert wird. Die ganzen Reisen, das Miteinander, der Ausgleich endeten wieder einmal abrupt, aus zu viel Nähe sollte wieder Abstand werden… so explodierte ich dieses Mal… wollte nicht schon wieder Spielball für Gefühle, Stressoren sein und mich privat ausnutzen lassen… fühlte ich mich doch so… hatte ich doch den privaten Ausgleich eigentlich für wohltuend empfunden.
Also… Engelspause… und alle Rationalität und Erklärungsversuche verpufften…. So neigte sich der Sommer in Berlin immer mehr dem Ende … ich wandte mich vielleicht auch etwas befreit wieder den anderen Engeln mehr zu … flüchtete oder befreite mich nach außen… zog für Stunden gar Tage etwas in die Ferne, ob ans Meer oder einfach nur in die weiten Land- und Wiesenfelder im Osten bis hin wieder zum Anstieg gen Thüringen. Einziges Ziel nebst dem Projektstress, Ruhe finden, Abspann und Zeit um Nachzudenken… begann mich in andere Kreisen wieder zu tummeln … neue Menschen kennen zu lernen und doch….

Ostsee September 2010
… gerade am Meer … gerade mit Blick auf die Ferne blieb und bleibt das Gefühl der Einsamkeit und eigentlich in seinem Herzen etwas eingeschlossen zu verbergen, es zu zwingen sich ruhig zu verhalten. Doch im Moment der Ferne… einsam vor dem Sonnenuntergang über am Strand… Blick aufs Meer… vollkommene Stille… nur das Rauschen des Windes um sich… höre ich den Schrei im Herzen… die Zweifel… könnte doch eigentlich alles so einfach sein…
… in der Abenddämmerung siegt die Vernunft… im Lärm der Großstadt zu guter Letzt der Geist…. es könnte vieles… auch wenn es vielleicht dafür bestimmt ist, doch gehören zwei dazu… vor allem zwei offene Gedanken, starke Willen und zweimal die gleiche Erkenntnis… und das gefangene Gefühl im herzen verstummte…
… kommt der Herbst… belebt es die Engel wieder… kehren die Gemeinsamkeiten zu dem einen Engel in Freundschaft und Nähe wieder zurück… ein vielleicht manchmal auf und ab… vielleicht auch nur, weil Kontrolle, Realität und Wünsche nicht immer zusammen harmonieren wollen.
Resümee Sommer 2010
Das lange Schweigen, die Faulheit an der Fortsetzung des Weblogs ist sicherlich auch in meiner Verarbeitung der Erlebnisse begründet…. beginnt doch nun erst die wirkliche Ausgabe und das Verständnis für die Ergebnisse, die Erzeugnisse der Gedankenverarbeitung. Ein stetiges auf-und-ab im Sommer, eine Berg -und Talfahrt der Erlebnisse, der Zusammenkünfte, der Freundschaften, der Beziehungen zu meinen Engeln… insbesondere zu einem. Eine Freundschaft überstand den Sommer nicht… um einen Menschen wurde es still… auch auf meinen Willen hin.

swiss life and bright night
Warum bin ich in Bezug auf den einen Engel nicht so konsequent? Könnte ich fallen? habe ich Angst den Schritt bei stetiger Unbeständigkeit zu gehen? … nein … denn bin ich mit Auslöser für diese stete Unbeständigkeit, den häufigen Streit… zeigt es doch, dass das Miteinander, das Zwischenmenschliche zu einander lebt und sich mag… sich braucht.
Fakt ist, einen tragenden Engel kann man nicht abschneiden, loslassen wie einen Menschen, der einen stark verletzt hat oder einen versucht zu klammern, zu behindern. Würde ich den Kontakt zu dem einen Engel zerstören, auftrennen… würde ich fallen… wären viele Erlebnisse des Sommers so nicht geschehen… einen Teil der Seele wäre zerstört… und das gefangene Gefühl in seinem Gefängnis im Herzen ermordet… es würde wohl mein Herz zum großen Teil mit in den Tod reißen… will man, will ich wirklich verlieren, was ich an Beständigkeit, teils Unbeständigkeit, an Erinnerungen und Nähe gewonnen habe? Nein… ich kann es nicht … ich will es nicht… und das beruht scheinbar auf Gegenseitigkeit…
… kommt der Herbst … kommen die Projekte … entsteht das Verlangen nach spontanen Ausgleich … hat man sich vielleicht wieder versöhnt… verstanden … braucht einander.
… vielleicht ist dies das Gut und den Wert, welchen ich behüten sollte … Aufgebautes erhalten … und Störversuche auch durch den Engel selbst ganz einfach missachten…
… Wünsche und Gefühle sprechen sicherlich ein anderes Resümee, tief im Herzen spricht und schreit vielleicht mehr die Wahrheit… aber meine Vernunft und der Verstand entscheiden anders… denn die Gegenseitigkeit fehlt oder wird unterdrückt… und trotz allem den einzig beständigen Strahlemann in meinem Leben will ich nicht verlieren…
… schauen wir, was der Herbst 2010 erfolgreiches, beständiges und neues an Überraschungen offen hält…
… kommt Zeit … kommt keine Langeweile
… kommen Erfahrungen und Erlebnisse
… kommen nun beständigere und aktuellere Einträge
In diesem Sinne reanimiert
Euer fly_by_monk